Sage 1
Obgleich die Unterirdischen ziemlich oft den Leuten erschienen,
konnten nur einzelne Menschen sie immer unterscheiden.
Unter diesen war der bekannteste ein Mann namens Bonavedde.
Er war Sohn eines Landwirts in Pedersker und eines Meerweibes und
besaß von seiner Mutter die Fähigkeit, das zu sehen, was gewöhnlichen Leuten
verborgen
blieb.
Nachdem er das väterliche Gut Tornegaard übernommen hatte, lag er im Gegensatz zu seinen
übrigen Landsleuten im ständigen Streit mit den Unterirdischen die 2 große Hügel oder
Nähe des Hofes bewohnten. 
Bei der geringsten Gelegenheit stelle er ihnen nach
Eines Abends, als Bonavedde am Korshøj vorübergeritten kam, erblickte
er diesen auf 4 Flammenstützen gestellt und vernahm Spiel und Heiterkeit.
Er ritt näher um sie besser beobachten zu können, und sah daß sie ein großes
Trinkgelage feierten.
Die Unterirdischen erkannten ihn sofort wieder und weil sie ihm gegenüber immer zu kurz
gekommen waren, wollen sie nun versuchen, ob sie ihn aufs Glatteis führen konnten. Einer
von ihnen trat heraus, einen feinen, silbernen Becher mit Wein angefüllt in der Hand und
bot ihn ihm an. Die Unterirdischen freuten sich, denn brächten sie ihn nur dazu, den Wein
zu trinken, hätten sie Gewalt über ihn. Allein sie verrechneten sich. Statt zu trinken,
goß Bonavedde den Inhalt über die Schulter so das er das Hinterteil des Pferdes traf und
alle Haare absengte; gleichzeitig gab er dem Pferde die Sporen und ritt in vollem Galopp
davon. Nun wimmelten aus dem Hügel die Unterirdischen die unter lauten Ausrufen ihm
nachsetzten. Doch konnten sie ihn nicht erreichen; denn erstens ritt er ein Pferd, das
ebenso gut auf Wasser als auf Land lief und ebenso gut auf als unter dem Erdreich, und
zweitens ritt er gerade Richtung Peders Kirke über sowohl bebauten als auch unbebauten
Boden, und hier vermochten die kleinen Wichte nicht, ihm zu folgen, da sie das Pflugland
meiden mußten.
Als er die Friedhofsmauer erreichte, ließ er das Pferd sie überspringen; auf geweihter
Erde besaß das Volk der Unterirdischen keine Gewalt über ihn.
Den Becher stiftete er der Kirche, wo er viele Jahre hindurch als
Abendmahlskelch Verwendung fand. |